Wenn die goldene Kugel zum Highlight wird

Ein Highlight stellte die Demontage der goldenen Kugel auf der Turmspitze der Steinacher Jakobuskirche am Montag, 1. April dar und das anschliessende Berühren und Bestaunen ihres Inhaltes ebenfalls. Letztmals konnten die Steinacherinnen und Steinacher dieses Ereignis im Jahr 1981 erleben. Bereits kurz nach acht Uhr morgens begaben sich die Handwerker zur Turmspitze, teils mit dem Lift, die letzten Treppen per Pedes. Beste Wetterbedingungen machten die Arbeiten fast zum Genuss. Umso mehr als technische Probleme bei der Demontage der Kugel, des Kreuzes und der Wetterfahne ausblieben. Dazu sagte Thomas Burkart, Monteur der Firma Muff, Kirchturmtechnik: „Dank der guten Arbeit, die bei der letzten Kirchturmrestauration geleistet wurde, klappte das heute bestens.“

Die drei Gegenstände, die die Kirchturmspitze schmücken und für den Betrachter stets in ungreifbarer Höhe sich befinden, wurden am späteren Vormittag auf der Pfarrwiese der Bevölkerung präsentiert. Nun konnte man erstmals die Kugel aus der Nähe betrachten. Das Blattgold, das bei der letzten Renovation aufgebügelt wurde, bildete zwar keine durchgehende Fläche mehr, doch ein Griff zu dieser, mit fast magischer Ausstrahlung ausgestatteten Kugel, war es alleweil wert. Mit der Publizierung des Anlasses, verbunden mit einem kleinen Apéro, wollte die Kirchenverwaltung die historische Bedeutung des Aktes unterstreichen und auch die interessierten Personenkreise an diesem aussergewöhnlichen Ereignis teilhaben lassen. Für Eugen Halter, im Jahr 1981 Präsident der Kirchenverwaltung und Martin Würth, damals Ratsmitglied, war es zweifellos ein besonderer Moment. Das Dokument, das dem Behälter unter anderem entnommen wurde, trägt die Unterschrift von Pfarrer Paul Krömler (von 1976 – 1992 Pfarrer in Steinach), Präsident Eugen Halter und dem Aktuar Albin Kühne. Was sind das für Namen! Erinnerungen an das Jahr 1981 wurden wach.

Neben den zahlreichen Erwachsenen waren auch die Mädchen und Buben der sechsten Klasse von Lehrer Remo Gehrig bei der Öffnung der vergoldeten Kugel dabei. Die junge Generation zeigte grosses Interesse an dem Geschehen, vor allem an den Gegenständen, die dem Metallbehälter, auf dem das Jahr 1881 eingeritzt ist, entnommen wurden. Dieser war zugeschweisst und hatte die Jahre auf dem Kirchturm gut überstanden. Der Inhalt wird nun von der Kirchenverwaltung und weiteren zuständigen Stellen gesichtet und aufgelistet. Nach der Restaurierung und Neuvergoldung der Kugel, dem Kreuz und der Wetterfahne wird vor der erneuten Montage auf der Turmspitze der Inhalt des Blechbehälters mit zeitgenössischem Material ergänzt.

zu den Bildern…